Kräutergarten

von kathrin_10  

Das Indianerdorf Las Vegas liegt weit abseits und ist recht abgeschnitten von der Außenwelt. Die Verpflegung hängt zum großen Teil auch von eingekauften Lebensmittel ab. Die Versorgung an sich ist sehr einfach oder ärmlich. Die Waldfläche ist klein und stark übernutzt und man hat oft den Eindruck, die Einheimischen halten ihr traditionelles Wissen verborgen bzw. wenden es nicht mehr an.

So kam der Gedanke auf, Heilpflanzen für unsere Gastfamilie und Nachbarn zu kultivieren. Dazu mussten wir erst mal Kräuter organisieren, zum Teil von anderen Gärten, ein Teil wurde in der Stunden entfernten nächst größeren Ortschaft gekauft.

Doch als wir wieder zurück nach Las Vegas fahren wollten, war der Weg in einem sehr schlechten Zustand, also mussten wir laufen. Da es unmöglich gewesen wäre, alles zu tragen, hat uns ein Passant hoch zu Ross geholfen und uns ein Pferd für das Gepäck geliehen. Freundlicherweise lud er mit uns die Sachen auf und hat die Kiste mit den Pflanzen zu sich aufs Pferd mitgenommen, denn sein Ziel war auch Las Vegas.

Nach einem langen anstrengendem Marsch kamen wir endlich an, haben das Gepäck verstaut und waren unheimlich glücklich dass unser Begleiter angeboten hat, das geliehene Pferd später wieder mit zum Besitzer zu nehmen. So mussten wir den Weg nicht nochmal laufen. Für seine Hilfe gaben wir ihm etwas Geld und boten ihm noch schnell Wasser an.

Vollkommen erschöpft und klatschnass geschwitzt legten wir uns in unserer Hütte auf den Boden und mussten uns erst mal erholen. Wir waren froh, es geschafft zu haben und konnten uns erst am nächsten Tag dazu aufraffen, die Kräuter zu pflanzen.

Mit scharfen Macheten, Gummistiefel, Wasser und Schaufel bewaffnet rückten wir morgens aus, ein Kräuterbeet im Botanischen Garten anzulegen. Das Aussuchen einer geeigneten Stelle war nicht so einfach. Wir hatten ja niemanden, der uns sagen wollte, wo genau das Beet hin solle. So taperten wir durch den Garten, berieten uns mit unserem Halbwissen und ließen uns von unserer Intuition leiten.

Nach einer Weile waren wir beide sehr zufrieden mit einem halbschattigen Plätzchen in Hanglage mit guter Energie, darüber waren wir uns einig. Schwitzend mähten wir das Kraut und Unkraut weg, entfernten die Grassode und schufen individuelle Pflanzlöcher, für jedes der Kräuter ohne jedoch etwas von deren Ansprüchen zu wissen. Während der Arbeit strömte herrlicher Kräuterduft aus.

Endlich fertig waren wir beide sehr stolz auf das Resultat. Später schauten noch mehre Besucher vorbei und bestätigten die gute Wahl des Plätzchens. Vollkommen erschöpft fielen wir diese Nacht in tiefen Schlaf.

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