Wachstum, Wachstum, Wachstum!

von 15 rojin  

Alles strebt danach zu wachsen.
Schon in der Kindheit ging es um Wachstum, „iss ganz viele Vitamine, damit du wächst und groß wirst“, allgemein strebt jedes Lebewesen nach Wachstum und so ist Wachstum an sich etwas sehr Natürliches.

Später veränderte sich die Bedeutung des Wachstums, in der Schule lernte ich beispielsweise die –meiner Meinung nach – kurioseste Form des Wachstums kennen: Wirtschaftswachstum.

Im Politik- und Wirtschaftkurs in der Schule sprach man vom „Magischen Viereck“.
Das sind unsere wirtschaftspolitischen Ziele in der BRD zur Sicherung der gesellschaftlich relevanten Werte, wie Freiheit, Sicherheit oder Gerechtigkeit.
Eines dieser Ziele ist Wirtschaftswachstum, das gemessen wird am BIP.

Demzufolge ist es unser Ziel, so viel wie möglich zu produzieren, zu konsumieren oder zu exportieren.
Ist ja klar, denn je höher das BIP, desto reicher das Land.

Ist das so?
Führt die Steigerung der Produktion oder der vermehrte Konsum tatsächlich dazu, dass unsere gesellschaftlich relevanten Werte gesichert werden?
Macht Konsum glücklich, nein genauer, macht Wohlstand glücklich?
Ist das stetig verzweifelte Streben nach Wachstum und Wohlstand produktiv?
Kommt man mit so viel Wachstum überhaupt irgendwann an?
Schauen wir uns mal näher das BIP an:

Das Bruttoinlandsprodukt ist der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft (BRD) erwirtschaftet werden. (1)
Alles, was einen Preis hat, fließt folglich positiv in das BIP ein, also alle Waren, die du innerhalb eines Jahres kaufst, aber auch alle Dienstleistungen, wie Friseurbesuche oder Arztbesuche, die du wahrnimmst, gehen positiv in das BIP ein.
Anderseits fließen aber alle Dinge, die keinen reellen Preis haben, nicht in das BIP ein.
Zum Beispiel fließt mein Freiwilligendienst nicht positiv in das BIP ein oder wenn du jemandem freiwillig bei einer Sache hilfst, fließt es genauso wenig ein.

Leider gehen aber dafür Dinge wie Umweltverschmutzung, Kriege oder Kriminalität positiv in das BIP ein.
Nehmen wir uns das Beispiel Umweltverschmutzung.
Kaufst du dir ein schönes großes Auto, das du oft benutzt und welches schön viel Benzin verbraucht, dann ist es wunderbar für unser Wirtschaftswachstum ganz ungeachtet davon, dass dieses Auto Unmengen an Kohlendioxid freisetzt.

Natürlich hat ein Wirtschaftswachstum auch positive Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft, wenn zum Beispiel dadurch neue Arbeitsstellen entstehen oder die Bevölkerung durchschnittlich mehr Geld hat, um sich mehr Dinge zu leisten.

Aber meiner Meinung nach, sollten wir unser Wirtschaftswachstum und den damit zusammenhängenden Konsum hinterfragen.
Natürlich sind Wachstum und Fortschritt gut, aber ich persönlich denke nicht, dass wenn unser BIP steigt, wir glücklicher werden.
Ich glaube, dass wir mittlerweile so viel Wachstum und (technologischen) Fortschritt haben, dass wir – sowohl Politiker als auch die Gesellschaft – das Augenmerk auf das gesellschaftliche Wachstum legen sollten.
Ich glaube, dass eine Gesellschaft reicher ist, wenn es keinen Rassismus gibt, wenn man zusammenhält und auf den Nächsten achtet, anstatt mit ihm zu konkurrieren oder zu schauen, wer die cooleren Klamotten hat.
Ich glaube zu viele Menschen verwechseln Glück mit Reichtum, obwohl es so paradox ist, weil Reichtum so relativ ist, dass, wenn man immer nach Reichtum strebt, nie ankommen kann, weil es immer jemanden, der reicher ist.

Quelle:

(1) Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 5. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2013. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2013
http://www.bpb.de/wissen/GVIPA3
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