Eine schwere Zeit

von 16 valentin  

Diesmal möchte ich über eine etwas schwierigere Etappe meiner Zeit hier in Costa Rica berichten. Ich dachte mir, dass es wahrscheinlich interessant sein könnte über die Hürden und Schwierigkeiten zu erfahren, denen ich gerade gegenüberstehe, und vor allem über meinen Umgang damit.

In den letzten Monaten hatte ich eine wirklich großartige Zeit hier in Costa Rica. Mein Projekt lief gut, ich hatte viele tolle Erlebnisse, hatte Energie Dinge anzupacken, habe viele großartige Menschen kennengelernt und war einfach in einer großartigen Phase meines Jahres hier. Doch wie das nun mal im Leben so ist, gibt es immer Höhen und Tiefen, und natürlich wurde auch ich dieses Mal nicht von den unvermeidlichen Tiefen verschont.

Nach einer sehr schönen Zeit in meinem Projekt, einem doch durchaus angenehmen Halbzeitseminar und dem sehr erfreulichen Wiedersehen mit den anderen Freiwilligen ging es mit meiner Mutter, die mich zu dieser Zeit besuchte, auf eine kleine Reise durch Nicaragua. Diese Reise war sehr schön, spannend, höchst interessant und doch auch teilweise sehr anstrengend. Schon ziemlich zu Beginn der Reise muss ich wohl irgendetwas schlechtes gegessen haben, was zur Folge hatte, dass ich die ersten Tage durch Magenbeschwerden ziemlich eingeschränkt war. Ihr könnt mir glauben, ziemlich schlapp und kränklich mit seiner Mutter durch ein Land wie Nicaragua zu ziehen, kann doch sehr stressig und fordernd sein. Doch trotz dieser mehr oder weniger kleinen Einschränkungen, machten wir das Beste aus der Situation und hatten eine sehr schöne Zeit zusammen.

Vor kurzem bin ich nun wieder zurück in mein Projekt gekommen. Nach einer der schrecklichsten Busfahrten meines Lebens kam ich um ungefähr 20 Uhr endlich in Puerto Jimenez an. Ich war so ziemlich den ganzen Tag unterwegs gewesen und meine Magenbeschwerden hatten wieder, stärker denn je, eingesetzt. Diese Busfahrt von San Jose nach Jimenez war also die pure Hölle. Völlig entkräftet und körperlich komplett am Ende, kam ich also endlich zuhause an und fiel sofort ins Bett, um dann eine Nacht mit viel Erbrechen und diversen Klo Gängen vor mir zu haben…

Am nächsten Tag ging ich dann, immer noch völlig zerstört von den Strapazen der letzten Tage, zu der Partnerin meines Chefs, die mir eine großartige Freundin ist und die es tatsächlich vollbrachte, mich in dem erbärmlichen Zustand, in dem ich mich befand, irgendwie wieder aufzubauen. Sie versorgte mich, verschaffte mir einen Arzt Termin und, am wichtigsten, sprach mit mir über alles erlebte, was für mich zu dieser Zeit lustigerweise das allerwichtigste war, um mich wieder auf die Beine zu bringen. Es ist schwer zu beschreiben, doch allein durch dieses angenehme und verarbeitende Gespräch mit einer Freundin ging es mir körperlich und vor allem psychisch wieder um einiges besser.

Ich ging nun also zu dem einzigen “Arzt“ in der kleinen Stadt, um endlich herauszufinden, was denn genau mit mir nicht stimmte. Die medizinische Versorgung in diesem ländlichen Teil Costa Ricas ist leider eher schlecht, was zur Folge hatte, dass der Arzt mich mit einer meiner Meinung nach falschen Diagnose von Novo Virus, ein paar Medikamenten (die mir bis jetzt nicht wirklich helfen konnten), einer Rechnung von fast 90€ und noch vielen offenen Fragen nach Hause schickte.

Nach diesem Arztbesuch ging es mir dann auch erstmal viel besser. Ich war unglaublich erleichtert, endlich wieder in meinem vertrauten Heim zu sein, konnte mich mit meiner Familie austauschen und langsam wieder genesen.

Nun ist seit diesem Tag nach meiner Ankunft jedoch schon wieder ungefähr eine Woche vergangen und ich bin immer noch sehr schwach, habe keine Energie, bin sehr müde, habe immer noch die verdammten Magenschmerzen, plus einer sehr bescheuerten Hauterkrankung, und kann den Alltag und die Aufgaben hier, nur mehr oder weniger mühevoll bestreiten. Das schlimmste aber ist die Ungewissheit, nicht wirklich zu wissen, was mit meinem Körper nicht stimmt, ob ich nun auf dem Weg der Genesung bin oder nicht…

Eine sehr anstrengende Situation also gerade, bei der ich nun entscheiden muss, was ich als nächstes unternehme. Ob ich tatsächlich wieder die 8 Stunden Busreise nach San Jose antrete soll, um einen anständigen Arzt zu sehen. Oder ob ich im ungewissen bleibe und darauf hoffe, dass ich nur etwas weniger Tragisches habe, mit dem mein Körper selbst klarkommen wird.

Sobald diese anstrengende Phase vorüber ist, werde ich nochmal schreiben und dann die hoffentlich großartige und einfache Lösung meines Problems schildern .. um eventuell anderen eine Hilfestellung in vergleichbar schwierigen Situationen zu geben ;D.

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