Regenwald retten und Großstadt leben

von 19 nora  


Patio .. kleiner Hof im CAP

Ich habe das Glück in einem Projekt zu arbeiten indem ich nicht nur die Möglichkeit habe, mich politisch zu engagieren, sondern auch einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zu leisten. Meine Endsendeorganisation, Pro REGENWALD, setzt sich für den Schutz und Erhalt der Regenwälder sowie die Indigenen Costa Rica´s ein. Die meisten Projekte sind landwirtschaftlich orientiert und/oder befinden sich in indigenen Gemeinden mitten im Regenwald.

Mein Projekt dagegen, befindet sich mitten in der Hauptstadt und hatte anfänglich noch wenig mit dem zu tun, auf das ich mich ursprünglich beworben hatte. Dafür geht es hier um politisches Engagement und ich habe die Möglichkeit zu erfahren wie eine NGO funktioniert und arbeitet. Was mich auch sehr interessiert, da ich vor habe, nach diesem Auslandsjahr Internationale Beziehungen zu studieren. Inzwischen habe ich hier, durch Eigeninitiative, auch noch ein Urbanes Garten Projekt begonnen und bin somit dann doch noch in der Lage mich hier für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen.


Huerto Vertical, unser vertikaler Garten

Erste Ernte

Das Gebäude des CAP und die des Hostels sind miteinander verbunden und teilen sich einen gemeinsamen Innenhof. Dieser war zu meiner Ankunft noch voller Gerümpel und nicht gerade ansehnlich gestaltet. Inzwischen bin ich langsam dabei, ihn in eine grüne Oase zu verwandeln, die sowohl den CAP Mitarbeitern, als auch den Hostel Gästen zu gute kommen soll. Ich habe einen Vertikalen Garten angelegt und auch die schon vorhandenen Beete neu bepflanzt. Zuvor ließen sich dort nur einige vertrocknete Kakteen finden, nun wächst hier Rote Beete, Chilis, Gurke, Tomate, Salat und noch einiges mehr. Auch dank des Kompost, um den ich mich kümmere und der dank des Hostel´s immer gut bestückt ist.

Zum Glück haben sind meine Projekte hier auf Zustimmung gestoßen. Meine ´Chefs´ Luis, der Leiter des Hostels, und Marcela, für mich zuständige Mitarbeiterin des CAP, sind froh, dass ich mich mit eigenen Ideen einbringe. Insgesamt trage ich dazu bei, das Hostel Stück für Stück ein wenig zu verändern. Wir haben gestrichen und im ´comedor´ des Hostel´s hängen nun 12 Richtlinien für ein nachhaltigeres Leben. Bald wollen wir auch ein noch moderneres Kompost-System einen. Dem CAP wird von der Firma ´360 Soluciones Verdes´ ein sogenannter ´Compostera Giratoria´ gespendet. Außerdem werden für alle Mitarbeiter des CAP und des Hostel´s in den nächsten Monaten Kurse stattfinden, damit alle mit dem neuen System umzugehen wissen.

Mir ist klar, dass ich mit einem Projekt mitten in der Großstadt nicht direkt den Regenwald retten kann. Aber ich kann innerhalb meines Projektes ein größeres Umweltbewusstsein schaffen. Ich kann mir selber einiges über den Anbau von eigenem Gemüse beibringen und damit auch Denkanstöße für die Leute in meinem Umfeld schaffen.

In Costa Rica ist umweltbewusst SEIN nicht sonderlich weit verbreitet. Müll wird häufig einfach in den Wald geschmissen oder verbrannt. Obwohl das Land sich gerne mit dem Image brüstet, das nachhaltigste in ganz Latein Amerika zu sein, sieht die Wahrheit leider nicht ganz so rosig aus. Doch das ist den meisten Ticos (Costaricanern) herzlich egal. Dieses Image ist nur den ausländischen Touristen wichtig.

Ich bin aber der festen Überzeugung, dass ein besseres Bewusstsein für Umweltprobleme allgemein ein notwendiges Fundament ist, um für den Erhalt der Regenwälder sorgen zu können.

BlogNo:05

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