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		<title>Forest Guardians Blog - Neueste Kommentare auf Hilf mir!</title>
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			<title> Philipp [Besucher] in Antwort auf: Hilf mir!</title>
			<pubDate>Fri, 10 May 2019 11:33:18 +0000</pubDate>
			<dc:creator><span class="user anonymous" rel="bubbletip_comment_618">Philipp</span> <span class="bUser-anonymous-tag">[Besucher]</span></dc:creator>
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			<description>&lt;p&gt;Hierzu eine kleine Anekdote, die sich in einer andern, ländlichen (nicht indigenen) Gemeinde in Costa Rica abgespielt hat:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwei Außendienstmitarbeiter des Landwirtschaftsministerium sind ins Dorf gekommen. Sie wollen einen Kurs abhalten. Das Thema: Anzucht von Setzlingen für Gemüsegärten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu beginn des Workshops lausche ich folgender Konversation:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dorfbewohnerin: &amp;#8220;Wann bringen Sie uns denn wieder mal Pflänzchen mit?&amp;#8221;&lt;br /&gt;
Kursleiter: &amp;#8220;Das Programm des INDER (Institut für ländliche Entwicklung), über das wir bisher die Setzlinge bezogen haben, wurde abgeschafft. Dafür haben Sie heute die Möglichkeit zu lernen wie Sie selber Setzlinge aus Samen anziehen. Damit werden Sie unabhängig und können pflanzen, was Sie wollen und so viel sie wollen. Vielleicht startet ja sogar eine von ihnen ein kleines Gewerbe und verkauft Setzlinge an die Menschen aus den  Nachbargemeinden. Wir haben mehrfach gehört, dass da Nachfrage besteht.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
Dorfbewohnerin: &amp;#8220;Ah ja, gut.&amp;#8221;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach zwei Stunden Workshop in Theorie und Praxis ..&lt;br /&gt;
Dorfbewohnerin: &amp;#8220;Und wann bringen Sie uns jetzt die Pflänzchen? Mein Garten ist schon ganz leer.&amp;#8221;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach Ende des Kurses rede ich mit dem Ministeriumsangestellten:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich: &amp;#8220;Hast du das Gefühl, dass viele das Gelernte umsetzen werden?&amp;#8221;&lt;br /&gt;
Er: &amp;#8220;Das Problem ist, dass wir gar nicht gebeten wurden, diesen Kurs zu organisieren. Die Dorffrauen hatten eigentlich angefragt Pflanzen geschenkt zu bekommen, wie das früher gemacht wurde. Es ist schwer, den Menschen beizubringen, dass sich die Projekte verändert haben und wir heute anders arbeiten als noch vor ein paar Jahren.&amp;#8221;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwei Wochen später fährt ein Pickup des Ministeriums im Dorf vor. Die Pritsche ist beladen mit Wannen voller Setzlinge, die unter den Dorfbewohnern verteilt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich weiß nicht, ob diese Passivität von der du berichtest, wie Anna oder auch Miguel glauben, systematisch und bewusst erzeugt wurde, oder ob sie nur die unerwünschte Nebenwirkung einer fehlgeleiteten Politik von INDER und IMAS sind. Auf jeden Fall besteht die Herausforderung darin, das Gefühl zu verbreiten, dass jeder selbst in der Verantwortung ist, sich, zum Teil auch mit der Hilfe Anderer, aus seiner jeweiligen Situation zu befreien (so er das denn will).&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hierzu eine kleine Anekdote, die sich in einer andern, ländlichen (nicht indigenen) Gemeinde in Costa Rica abgespielt hat:</p>

<p>Zwei Außendienstmitarbeiter des Landwirtschaftsministerium sind ins Dorf gekommen. Sie wollen einen Kurs abhalten. Das Thema: Anzucht von Setzlingen für Gemüsegärten.</p>

<p>Zu beginn des Workshops lausche ich folgender Konversation:</p>

<p>Dorfbewohnerin: &#8220;Wann bringen Sie uns denn wieder mal Pflänzchen mit?&#8221;<br />
Kursleiter: &#8220;Das Programm des INDER (Institut für ländliche Entwicklung), über das wir bisher die Setzlinge bezogen haben, wurde abgeschafft. Dafür haben Sie heute die Möglichkeit zu lernen wie Sie selber Setzlinge aus Samen anziehen. Damit werden Sie unabhängig und können pflanzen, was Sie wollen und so viel sie wollen. Vielleicht startet ja sogar eine von ihnen ein kleines Gewerbe und verkauft Setzlinge an die Menschen aus den  Nachbargemeinden. Wir haben mehrfach gehört, dass da Nachfrage besteht.&#8221;<br />
Dorfbewohnerin: &#8220;Ah ja, gut.&#8221;</p>

<p>Nach zwei Stunden Workshop in Theorie und Praxis ..<br />
Dorfbewohnerin: &#8220;Und wann bringen Sie uns jetzt die Pflänzchen? Mein Garten ist schon ganz leer.&#8221;</p>

<p>Nach Ende des Kurses rede ich mit dem Ministeriumsangestellten:</p>

<p>Ich: &#8220;Hast du das Gefühl, dass viele das Gelernte umsetzen werden?&#8221;<br />
Er: &#8220;Das Problem ist, dass wir gar nicht gebeten wurden, diesen Kurs zu organisieren. Die Dorffrauen hatten eigentlich angefragt Pflanzen geschenkt zu bekommen, wie das früher gemacht wurde. Es ist schwer, den Menschen beizubringen, dass sich die Projekte verändert haben und wir heute anders arbeiten als noch vor ein paar Jahren.&#8221;</p>

<p>Zwei Wochen später fährt ein Pickup des Ministeriums im Dorf vor. Die Pritsche ist beladen mit Wannen voller Setzlinge, die unter den Dorfbewohnern verteilt werden.</p>

<p>Ich weiß nicht, ob diese Passivität von der du berichtest, wie Anna oder auch Miguel glauben, systematisch und bewusst erzeugt wurde, oder ob sie nur die unerwünschte Nebenwirkung einer fehlgeleiteten Politik von INDER und IMAS sind. Auf jeden Fall besteht die Herausforderung darin, das Gefühl zu verbreiten, dass jeder selbst in der Verantwortung ist, sich, zum Teil auch mit der Hilfe Anderer, aus seiner jeweiligen Situation zu befreien (so er das denn will).</p>]]></content:encoded>
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