Lebensmittel einkaufen – ein Tagestrip

von 15 kai  

Der Korridor zeichnet sich vor Allem durch seine Idylle und Abgelegenheit aus. Dass man mitten im Regenwald lebt und arbeitet hat sehr viele Vorteile. Es gibt aber auch gewisse Nachteile, die durch eben genau diese Abgelegenheit entstehen. Freiwillige leben hier nicht direkt in einer Gastfamilie, wie es in den meisten Projekten der Fall ist. Das bedeutet, dass man sich seine Nahrungsmittel selber besorgen muss.

Allerdings ist es nicht wie zuhause, dass man mal eben kurz in den Supermarkt um die Ecke springt, um sich ein Mittagessen zu kaufen. Einkaufen hier ist ein Tagesaufwand und wird nicht umsonst wie ein Arbeitstag angerechnet. Aufgrund der hohen Distanz und den damit verbundenen Benzinkosten, kauft man hier nur rund alle zwei Wochen ein.

Die Reise zum Supermarkt in der nächstgrößeren Stadt Orotina, beginnt früh am Morgen. Nach dem Frühstück bei unserer Gastfamilie, beginnt die 2 stündige Autofahrt: Zuerst auf lehmigen Wegen über Bijagual in Richtung asphaltierter Straße. Von dort aus kommt einem der Weg bis nach Orotina wie ein Katzensprung vor. Immerhin fährt man auf der Hauptstraße mit 60 Kilometern in der Stundefast sechsmal so schnell wie durch den Regenwald. Nach der Ankunft in Orotina, erwartet uns so gut wie jedes Mal stehende Hitze bei 35 Grad.

Sobald man den Supermarkt betreten hat, wird man daher fast von der Kälte erschlagen, da in den meisten Einrichtungen die Klimaanlagen auf höchster Stufe laufen. Meine größte Herausforderung ist es jedes Mal nur die Dinge zu kaufen, die auf unserer großen Einkaufsliste stehen und an den Regalen mit all den Genussmitteln vorbeizulaufen! Hinzu kommen einige Sachen, die wir nach Absprache mit unserer Gastmutter für ihre Familie einkaufen sollen.

Nachdem man im Supermarkt alle Dinge gekauft hat, geht es nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Parkplatz weiter in Richtung Markt. Hier kaufen wir unser Obst und Gemüse, da Qualität und Preis besser sind. An manchen Einkaufstagen folgen noch andere Erledigungen wie Stromrechnung bezahlen, das Postfach auf Post kontrollieren etc. In den meisten Fällen ist es 3 Uhr nachmittags wenn wir mit dem hochvollen Auto in Richtung Station fahren.

Doch noch ist die Reise nicht vorbei, denn jedes Mal, bevor man die Hauptstraße verlässt um in dem Regenwald zu fahren, muss unser Stationsjeep vollgetankt werden. Falls es aus irgendwelchen Gründen zu Komplikationen auf dem Weg kommen sollte, ist hier ein voller Tank von äußerster Wichtigkeit. Eine Tankfüllung nach einem Tag in der Stadt kostet umgerechnet 20 Euro. Der hohe Benzinverbrauch ist hauptsächlich dem Weg geschuldet, auf dem man maximal im zweiten Gang und mit hohen Drehzahlen fährt. Bis man alle Einkäufe in der Station untergebracht und mit der Gastfamilie ihren Anteil abgerechnet hat, ist es 7 Uhr abends.

Andere Einkäufe und andere Aufwände als zuhause, aber trotz der ganzen Anstrengung ist es immer wieder schön, aus dem ruhigen Korridor in die Stadt zu fahren!

1 Kommentar

Kommentar von: Corinna [Besucher]  

Moin Leute! :)
bin eine Ehmalige.. habe auch die meiste Zeit meines Freiwilligen-Jahres auf DER Station gelebt :) ich (und ich mein doch auch meine Kollegen) fanden die Fahrten nach Orotina auch oft als willkommene Abwechslung.. und wenn ihr euch denkt, da runter zu fahren, ist mühsam, dann versuchts mal wie Martin und ich per Fuß ;) :D

mal eine Frage (die ich mir eh schon gestellt hatte und jetzt auch bestens passt):
was ist eigentlich so aus unseren Gemüse-Anbauten so geworden? Das kleine Gewächshaus und die Beete unten Richtung Flussbiegung.. beim Vivero.. ? :)

liebe Grüße und Neid :) an euch, weil ihr im Korridor seid ;)
Corinna

16-01-15 @ 15:54


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