Wiederaufforstung

von 18 lena  

Es gibt tatsächlich immer wieder Momente im Leben, da will man einfach mal laut los schreien. Erst letztens hatte ich ein Gespräch mit einem Tico, der in der Landwirtschaft arbeitet, wir unterhielten uns über mein Projekt und der Begriff „Wiederaufforstung“ fiel.

Ich erklärte, dass bei Arbofilia der Plan besteht, ehemalige Kuhweiden, also größere Flächen, wiederaufzuforsten. Leider hatte der Mann eine ganz andere Vorstellung von Wiederaufforstung als ich. Ich hielt es für selbstverständlich davon zu sprechen, dass man den Regenwald durch pflanzen verschiedener nativer Baumarten wieder erweitert und dem Ökosystem hilft sich zu erneuern. Er fragte mich letztendlich wie „teca“, also Teak bei uns in den Bergen denn so wächst und inwiefern der viele Niederschlag im Winter das Wachstum fördert.

Für mich war diese Frage im ersten Moment sehr verwirrend, einerseits weil ich keine Ahnung über das Wachstum von Teak habe, aber vor allem weil ich nicht wusste, was er wohl falsch verstanden hatte. Ich sagte, dass wir meines Wissens nach kein Teak haben und er fragte darauf hin verwundert, mit was man dann „wiederaufforsten“ würde. Ich erkannte das Missverständnis und erklärte, dass unsere Art von Wiederaufforstung nicht im Rahmen von ökonomischen Interessen stattfand. Arbofilia forstet mit natürlichen Baumarten auf, die sich im unberührten Regenwald finden lassen. Das Ziel der ganzen Sache ist es, ein analoges Waldsystem zu erschaffen, in dem sich Flora und Fauna durch die natürlichen Prozesse und ohne Eingriffe jeglicher Menschenhand regulieren. Natürlich gibt es auch einen Plan von einem Agroforstsystem, in dem man auch gezielt Baum- und Pflanzenarten einsetzt, die dem Menschen Erträge liefern können - beispielsweise Kakao. In diesem Fall ist auch ein wirtschaftlicher Nutzen vorgesehen, der dem Wald aber nicht schaden soll und ein harmonischen Leben mit der Natur als Idealvorstellung hat.

Trotzdem war die Idee von Wiederaufforstung in unserer Unterhaltung von Grund auf verschieden. Das erschreckende ist, dass Teakplantagen in Costa Rica tatsächlich als Wiederaufforstungsprojekte anerkannt werden. Ein Plantage, beziehungsweise Monokultur, die nach einiger Zeit wieder abgeholzt wird als Wald? Da haben die Kriterien aber deutlich die Richtung verfehlt. Vom costaricanischen Staat gibt es für anerkannte Wiederaufforstungsprojekte sogar Zuschüsse, dabei wird im Handumdrehen auch eine Plantage als Wald verifiziert und die Ausbeutung der Natur somit belohnt.

Wie in so vielen Fällen, gewinnt die kapitalistische, Gewinn-fokussierte Wirtschaft die Oberhand. Das zeigt ganz klar: Das Wohlergehen des Regenwalds ist im Verständnis der Allgemeinheit nicht wirklich hoch angesehen. Was am Ende zählt ist mal wieder nur das Geld!

BlogNo:03
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