Kategorie: "Reflexion"
Wochenlang
Wochenlang war der schwarze, ungekennzeichnete Helikopter zweimal täglich über Yorkín hinweggeflogen. Morgens Richtung Süden, nachmittags Richtung Norden. Die Maschine passierte niedrig und mit minutiöser Genauigkeit, was schon bald Misstrauen auslöste, in der kleinen indigenen Gemeinde des Territorium Bribri de Talamanca an der Grenze zu Panama. Von Drogenhandel wurde gesprochen, von dem geplanten Bau eines Wasserkraftwerkes auf ihren Ländereien.
Die Faultier-Luege:
Die Reisefuehrer und Blogs sind voll davon. Freunde schwaermen von ihren Begegnungen auf ihren Reisen nach Mittelamerika. Wo man steht und geht haengen sie in den Baeumen und hangeln die Stromleitungen entlang. Costa Rica wirbt mit ihnen und ueberall sind sie plakatiert: Faultiere! Fuer mich sind sie nicht DER Grund nach Costa Rica zu gehen, aber sie sind ein starkes Argument dafuer. Und warum? Weil sie grossartig sind! Wer moechte nicht den lieben langen Tag in der Gegend rumhaengen, ab und zu was essen und ansonsten von allen Menschen geliebt und fotographiert werden. Welch ein Leben!
Mehr Bücherwürmer als Bücher?
In Costa Rica herrscht meinem Eindruck nach kein besonders lese-freundliches Klima. In den Schulen findet vielerorts kein regelmäßiger Unterricht statt, so dass zumindest die Kinder, die ich kenne, nach dem ersten Schuljahr kaum ihren Namen schreiben können und in der dritten oder vierten Klasse noch starke Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung und dem flüssigen Lesen haben. Ganz davon abgesehen wird im Unterricht eher das auswendig lernen gefördert, als das eigenständige Lesen.
Das bittere Erbe eines Mordes
In Moín (Limón, Atlantikküste) wurde vor einigen Monaten der Umweltschützer Jairo Mora umgebracht (Death of Jairo Mora Sandoval), während er mit anderen am Strand patrouillierte, um dem Raub von Schildkröteneiern vorzubeugen. Die anderen wurden verschleppt, doch sie überlebten alle. Kurze Zeit später starb ein weiterer Umweltschützer in der Gegend. Es wird gemunkelt, dass die Drogenmafia ihre Finger im Spiel hat, vor einiger Zeit gab es acht Verhaftungen im Fall Jairo Mora. Die Umweltorganisation vor Ort schickt keine Freiwilligen mehr zur Schildkröten-Patrouille.
Wasser
Wasser ist ein Thema, mit dem man in Costa Rica unvermeidlich immer wieder in Kontakt kommt. (Siehe auch: Sauberes Trinkwasser? oder Keine Selbstverständlichkeit: Sauberes Wasser.) Wenn ich meinen bisherigen Aufenthalt in Costa Rica unter diesem Aspekt zusammenfassen müsste – mir fielen spontan so einige Stichpunkte ein, die ich zu Anekdoten und Geschichten, zu gesundheitlichen oder politischen Diskussionen ausbauen könnte:
Sauberes Trinkwasser?
Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und somit wird sich in Las Vegas in den kommenden Wochen hoffentlich eines wieder erübrigen: Das Wasserschleppen.
In der Privatklinik
Scheinbar sind die Tage im staatlichen Krankenhaus in Golfito, von denen ich vor Kurzem hier erzählt hatte, nicht spurlos an mir vorbeigezogen, scheinbar haben die Entzündung im Knie und zwölf Tage Antibiotikakonsum meinen Körper derart geschwächt, dass ich vermutete, mir eine Blasenentzündung zugezogen zu haben. Nach den Erfahrungen, die ich während meiner Tage im Hospital von Golfito gesammelt hatte, wollte ich dorthin nicht für eine erneute ärztliche Behandlung zurückkehren.
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13-10-18 22:54:00, 


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