Kategorie: "Reflexion"
Applaus: Ohne Spender keine Bäume
Nachdem wir in Costa Rica nun doch schon einige Monate unserer Arbeit nachgehen und mit dem Schimmel und anderen Ausprägungen der Biodiversität unsere Kämpfe ausfechten, droht man gelegentlich zu vergessen, was für ein Unterstützerumfeld in der Heimat im Hintergrund mitwirken muss, damit hier etwas vorangeht.
Das Verhältnis zwischen Mensch und Wald
Das Verhalten der Menschen im Umgang mit der Natur und dem Wald, was wir hier in Costa Rica antreffen, ist erschreckend. So wenig Beachtung und Umsicht hätten wir hier, im Tropenparadies, nicht erwartet. Warum verstehen die Menschen hier so offensichtlich nicht, wie wertvoll und einzigartig ihr Wald ist? Gibt es einen Automatismus im verflixten Hirn des zerstörerischen Menschen, überlegen wir uns, wir, bei denen schon alles zu spät ist und deren Wald kaum mehr alte, biologisch wirklich wertvolle Bestände aufweist? Denn bei aller Ernüchterung über das mangelnde Umwelt-Bewusstsein der Ticos darf man eines nicht vergessen: sie haben noch größere Flächen ursprünglicher Wälder. Wer von uns kennt eigentlich die Geschichte vom Schwund des Waldes in Deutschland?
Baumsparverträge - oder das Geld wächst wie Bäume
Wiederaufforstung in den Tropen? Ja, schön und gut. Aber wie kann man da garantieren, dass der Wald auch stehen bleibt? Eine mögliche Antwort darauf hat ForestFinance gefunden, deren Ländereien und Plantagen wir bei unserem Projektausflug in Panama besuchten: Das Unternehmen kauft Land, pflanzt Bäume und sorgt dafür, dass sie nicht ungeplant abgeholzt werden. Und wir haben gemerkt: Man muss auch kreativ sein, um seine Investoren für den Plantagenanbau zu gewinnen. ForestFinance ist in Panama und Vietnam tätig. Das Firmenmotto lautet: „Tue Gutes und verdiene daran.“
Gefunden in Costa Rica: eine Ökoschule
Kürzlich haben Christian und ich eine modellhafte Schule in der Nachbarschaft besucht, wie es sie hoffentlich bald flächendeckend gibt. Die 230 Schüler der Grundschule des kleinen Dorfes San Francisco dürfen ihre Lernerfahrungen nicht nur im Klassenraum, sondern auch auf der schuleigenen Farm sammeln. Dort hat jede Klasse ihr eigenes Stück Land, das sie täglich zu pflegen hat. Ältere kümmern sich um ein Maisfeld, Bananen, Ananas und Kürbisse, andere pflegen Salatköpfe, Tomaten, oder Paprika, und die Jüngeren pflanzen Koriander, Minze oder Chilipflanzen an. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken. Hilfe und Tipps erhalten sie dabei von einem erfahrenen Bauern.
Kaffeekranz mit Bundespräsident Wulff
Da besucht unser Herr Bundespräsident das Land, in dem ich gerade arbeite und hinterher liest man in der Presse, er sähe Costa Rica als weltweites Vorbild für Umweltschutz und den Einsatz erneuerbarer Energien. Ich kann mir vorstellen, ihm und seiner Frau wurde in der kurzen Zeit des Aufenthalts ein guter Eindruck vermittelt, denn wenn man einen Staatsgast zu Besuch hat, präsentiert man sich im besten Licht.
Panama City – Gedanken zur Stadt in mir
Zugegebenermaßen, Panama City ist nicht unbedingt ein Thema, was man auf dem Blog von Forest Guardians erwarten würde. Doch wenn man nach 7 Monaten Regenwald über die 1669 m lange Brücke der Amerikas fährt, die das nördliche Mittelamerika mit dem südlichen verbindet, und die hochgewachsene Skyline der Weltstadt sich aus dem trüben Smog gen Himmel strecken sieht, ruft das ein Gefühl der Überwältigung hervor. Ja doch, das war ein fremdes und gleichzeitig ein heimatliches Gefühl.
Verwurzelt
Tropische Regenwälder werden offiziell in zwei Zustände eingeteilt, Primär- oder Sekundärwald. Das impliziert Sicherheit und Überblick in einem unbekannten System. Deutscher Wald wird in mehrere Zustände eingeteilt, aber grundsätzlich darf nur Wald genannt werden was, eine bestimmte Flächengröße und Kronenschluss hat. In Costa Rica hingegen werden viele Pflanzengesellschaften als Wald eingestuft ohne dem Titel gerecht zu werden. Dazu zählen isolierte kleine Waldparzellen, Plantagen und weitere ökologisch verarmte mit Bäumen bestückte Flächen.

11-07-03 23:19:00, 




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