Kategorie: "Land & Leute"
Ein erfreulich schönes Missverständnis
Als ich am Vorabend meine Gastmutter fragte, was Morgen anstehe und wann ich aufstehen müsse, habe ich nur irgendwas von 5 Uhr in der Früh aufstehen, um den Bus zu nehmen und einen Spaziergang machen verstanden. Da meine Spanisch-Kenntnisse noch gegen 0 gingen hatte ich also keine Ahnung was wir am nächsten Tag unternehmen würden. So stellte ich mir den Wecker auf 4.55 Uhr und schlief neugierig ein, was am nächsten Tag anstehen könne.
Was hier völlig normal ist

1. Man teilt sein Zimmer mit tausend anderen Lebewesen. Im Korridor gibt es keine Wände; alles ist komplett offen: In der Küche traf man ab und zu auf eine Geiselspinne, die sich meist hinter Küchengeräten im Dunkeln versteckte. Bei Regen war der Boden voller Frösche, die neben uns her wohnten. Schlangen kamen gelegentlich auch mal zu Besuch. Und mit den lieben Bienen, die nicht stachen, lebten wir in Symbiose. Im Korridor wurden sogar hohle Baumstämme aufgehängt, damit die Bienchen auch genug Lebensraum hatten. Außerdem schlief man natürlich auch mit vielen anderen Insekten zusammen in einem Bett.
Verurteilte Vorurteile
Alex und ich kommen grade von unserem Einkauf aus diesem Monstrum von Supermarkt in Nicoya und befinden uns auf dem Rückweg nach Fedeagua. Wir betreten den Bus, zahlen und finden, wie so oft keinen Sitzplatz. Dann eben stehen. Der Einkauf wiegt schwer auf unseren Schultern, nicht alles hat in die Rucksäcke gepasst.
In meinem Kopf, das Extrem
Frauenfeindlich haben sie gesagt, Machismo, haben sie gesagt. Aber William ist freundlich, er gibt sich Mühe langsam zu sprechen, weil wir nur wenig verstehen. Er macht seine Witze und regt sich künstlich darüber auf, dass wir sie nicht verstehen. Ich mag William.
Tranquilo
Ich habe immer gedacht, ich wäre anders als alle anderen deutschen Reisenden, habe mich nie fremd gefühlt in Urlauben, konnte mich immer anpassen und habe innerhalb weniger Tage, ganz egal wo, Orte zu meinem Zuhause erklären können.
Ich bin flexibel und ich bin so viel, dass ich nie fremd sein würde, nirgends, dachte ich.
Und jetzt sind wir hier und ich habe zum ersten Mal das Gefühl, vor einer Tür zu stehen. Sie ist verschlossen und ich kann sie nicht öffnen, kann das Rätsel nicht lösen, denn es fehlt mir der Schlüssel.
Ein Wochenende in Chepe
Oft konfrontierte ich euch mit harten Fakten, erlebt durch meine Augen, verpackt in meine Worte. Diese fehlende Leichtigkeit spiegelt vielleicht auch ein bisschen wieder, wie ich mich oft in San José fühle. Heute möchte ich dem etwas entgegensetzen und lockerleicht von meinem verrückten Wochenende zwischen Gutelaunehöhenflug und Berührtheitstränen in San José berichten.
Eigentlich wollte ich gar nicht hier sein in der Stadt, wo es mir so schwer erscheint mich zu erholen, auszuruhen und Kraft zu tanken. Aber dann zeigte sich Chepe, wie die Hauptstadt im Slang auch genannt wird, von einer überraschend schönen Seite…
Vom Mut Aufzustehen
In der vergangenen „semana santa“ der Osterwoche, lud meine Gastmutter mich und meine Mitfreiwillige ein gemeinsam einen Ausflug zum Fluss zu unternehmen. Dies ist sehr typisch für die Region hier. In den Feiertagen an Ostern füllen sich die Flussufer mit Menschenmassen. Viele Familien ziehen mit Kind und Kegel an den Fluss, wo dann gegessen, geschwommen und gefeiert wird.
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16-10-25 23:00:00, 
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