Der Kauf deines Lebens
Kapitalismus. Konsumgesellschaft. Stehen wir auch nicht alle dahinter, so sind wir in Deutschland zumeist doch Teil davon. Sind in gewisser Weise auch dazu gezwungen, findet sich doch ein Großteil der Dinge, die zum Leben unabdingbar sind, schon längst nicht mehr vor der Haustür, sondern im Supermarkt um die Ecke, in den Kaufhäusern und Einkaufsmeilen. Das Geld bestimmt den Wert - von Sachen ebenso wie von Menschen. Kaufen und kaufen und kaufen. Wer diesen Lebensstil lebt, gehört dazu, denn so soll es sein. Sagen die, die Geld haben. Sagen die Weltwirtschaftsmächte.
Warten auf Guido
Naja so habe ich mal ausnahmsweise den Bus benannt, auf den ich gerade 3 Stunden warten muss. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ und in meinem Fall besteht der Wurm daraus, dass ich mit dem ersten Bus vom Dorf in die nächste größere Stadt gefahren bin, um dort dann den nächsten nach San José zu bekommen. Leider erfordert dieser Anschluss genau diese Wartezeit von 3 Stunden, in der ich es mir auf den kalten Steinbänken, neben Müllhaufen und laufenden Busmotoren gemütlich mache.
Campesino a Campesino
Ende Januar habe ich in 'Alles Agua, oder was?' bereits über die Arbeit von FEDEAGUA berichtet. Ebendiese Organisation, die durch die Initiative von zwei visionären Gründern auf den Weg gebracht wurde, zählt mittlerweile eine Mitgliedschaft von 4000 Personen und arbeitet mit 120 lokalen Organisationen zusammen.
Der Trieb des Menschen
Die Aufklärung steht in Deutschland meistens in der 8. Klasse auf dem Lehrplan. Mit viel Gekicher und hochroten Köpfen werden dann verschiedene Aspekte des Sexuallebens durchgenommen, meistens zur großen Peinlichkeit des Lehrers und der Schüler. Danach geht es dann weiter, wenn die Schüler nach Hause kommen und ihre Eltern und Geschwister mit peinlichen, weil sehr direkten Fragen löchern.
Abschied in Saíno
Es ging alles sehr schnell. Ziemlich kurzfristig musste ich feststellen, dass mir nur noch ein Tag blieb zum packen und um mich zu verabschieden, das neue Projekt wartete bereits auf mich. Am Morgen ging es früher als sonst 5:40 Uhr ein letztes Mal in den Wald. Laura – unsere Koordinatorin – sollte schließlich auch die Parzelle von Don Felix kennen lernen.
Globalisiertes Multikulti
Kultur ist etwas Schwebendes, nicht Fassbares, nicht Wirkliches. Sie definiert sich nicht über ein Kleidungsstück, über eine Religion, über ein Land. Kultur ist Leben und Leben ist Kultur. Das Wort zieht einen Duft hinter sich her, der nach Ursprünglichkeit ruft, nach Eigenarten, nach Beständigkeit, aber ihr wahrer Geruch ist ein anderer. Kultur ist etwas Grenzenloses. Wie lange schon?
Es wird Tag irgendwo in San José
Es ist noch dunkel, als ich früh morgens das Haus verlasse. Die ansonsten überfüllten Straßen liegen wie verlassen da und eine ohrenbetäubende Stille erfüllt die Luft. Es liegt eine bedrohliche Spannung darin, wie in der Ruhe vor dem Sturm. Am Horizont türmen sich dunkle Wolken zu riesigen Ungetümen auf, die nur darauf warten zu scheinen, die Stadt in ihre Fänge zu nehmen.
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