Zukunft der Bibliothek

von 24 jakob  

Während meines Aufenthalts hier in Costa Rica habe ich für die NGO ASCONA und damit in der Biblioteca Pública gearbeitet. Nun neigt sich mein Einsatz dem Ende zu. Für die Bibliothek hingegen beginnt eine sehr herausfordernde Zeit. Und damit meine ich nicht nur, dass ich als Freiwilliger gehen werde, sondern dass die gesamte Zukunft der Bibliothek gefährdet ist.

Obwohl die Bibliothek nachweislich einen großen Beitrag für die Gemeinschaft in Puerto Jiménez leistet, wird sie und insbesondere die Präsidentin von ASCONA von der Municipalidad leider fälschlicherweise als Betrugsprojekt dargestellt. Die neuesten Pläne der Municipalidad sehen sogar vor, genau an dem Ort, an dem die Bibliothek aktuell steht, neue Gebäude zu errichten. Die Vorwürfe gegenüber ASCONA und deren Präsidentin sind vollkommen haltlos und entbehren jeder Grundlage. Dennoch ist es gerade in kleinen, ländlichen Gemeinden wie hier in Costa Rica oft erstaunlich leicht, Menschen von Gerüchten zu überzeugen. So hat beispielsweise der Besitzer eines der bekanntesten Restaurants vor Ort ein fünfminütiges Video auf Facebook veröffentlicht, in dem er diese Vorwürfe ausführlich wiederholt. Er geht dabei sogar so weit, meine Chefin als "marihuana- rauchende Betrügerin" zu diffamieren. So weit ist es hier leider schon gekommen.

Für meine Chefin, die seit über 15 Jahren unermüdlich für die Verbesserung der Lebensqualität und den Erhalt der Natur in Puerto Jiménez kämpft, ist das natürlich sehr belastend. Gerade wenn man bedenkt, dass die Bibliothek täglich ein sicherer Rückzugsort für Dutzende von Menschen ist, ist es umso frustrierender, mit solchen Anschuldigungen konfrontiert zu werden.

Doch natürlich geben wir nicht einfach auf. Der Widerstand gegen die Pläne der Municipalidad läuft bereits seit einiger Zeit und es gibt Hoffnung, dass die Bibliothek erhalten bleiben kann. Als Freiwilliger kann ich bei den Versammlungen der Municipalidad selbst wenig bewirken. Trotzdem konnte ich über die Social- Media-Kanäle von ASCONA insbesondere über Instagram und Facebook einiges zur Aufklärung beitragen. Beispielsweise habe ich als Reaktion auf das Video des Restaurantbesitzers ein eigenes Antwortvideo veröffentlicht und damit viele der falschen Gerüchte über meine Chefin widerlegt.

Außerdem haben wir allen Besucherinnen und Besuchern der Bibliothek die Möglichkeit gegeben, durch eine Unterschrift zu zeigen, wie wichtig dieser Ort für die Gemeinde ist. Mittlerweile haben wir ganze Stapel dieser Unterschriften gesammelt, ein starkes Argument für die nächste Versammlung.

Was die Zukunft bringt, bleibt abzuwarten. Laut meiner Chefin sieht es aktuell zum Glück nicht mehr so aus, als müssten wir die Bibliothek tatsächlich aufgeben. Ob diese Einschätzung berechtigt ist oder am Ende doch zu optimistisch, wird sich allerdings noch zeigen.

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